Bullshit-Bingo

Girlpower

"Verstehst du keinen Spaß?"
"Jetzt darf man gar nichts mehr sagen, oder was?!"
"Du hättest ja einfach Nein sagen können."

Solche Aussagen bekommen Menschen nicht selten zu hören, nachdem sie sexuell belästigt worden sind. 

Doch diese Aussagen sind problematisch: 

Sie verschleiern die wahren Ursachen von sexueller Belästigung und schieben die Verantwortung von den Belästiger:innen auf die Betroffenen. Sie sind Teil einer Denkweise, die es schwierig macht, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz zu erkennen, anzusprechen und zu verhindern.

Hier ist, warum:

Täter-Opfer-Umkehr

Sätze wie „Kein Wunder, wenn du dich so anziehst“ oder „Du hättest ja einfach Nein sagen können“ machen die betroffene Person verantwortlich für das Verhalten anderer. Sie lenken davon ab, dass die Ursache von sexueller Belästigung nicht bei der Kleidung oder der Reaktion des Opfers liegt, sondern bei der Entscheidung des Täters, Grenzen zu überschreiten.

Bagatellisierung des Problems

Aussagen wie „Das ist doch ein Kompliment“ oder „Sei doch nicht so empfindlich“ spielen die Erfahrungen der Betroffenen herunter. Sie signalisieren, dass das unangemessene Verhalten harmlos sei – eine Haltung, die es den Täter:innen erleichtert, weiterzumachen, und Betroffene davon abhält, sich Gehör zu verschaffen.

Stereotypen und falsche Annahmen

Mit Aussagen wie „Jungs passiert das nicht“ oder „In unserer Branche ist das normal“ werden Mythen aufrechterhalten, die verhindern, dass das Problem umfassend anerkannt wird. Diese Denkmuster verschweigen, dass Belästigung jede:n treffen kann und dass toxische Verhaltensweisen in keiner Branche akzeptabel sein sollten.

Druck und Schweigen fördern

Sätze wie „Wenn du das meldest, ruinierst du deine Karriere“ vermitteln Betroffenen, dass sie sich besser nicht wehren sollten. Solche Aussagen verstärken eine Kultur des Schweigens, in der Täter:innen ungestraft handeln können und Betroffene alleine gelassen werden.

Was wir dagegen tun können

Um sexuelle Belästigung effektiv zu bekämpfen, müssen wir diese Denkweisen hinterfragen und verändern. Es geht darum, die Verantwortung klar zu benennen: Sie liegt nicht bei den Betroffenen, sondern bei denen, die Grenzen überschreiten.
Wir bei Act4Respect setzen uns für eine Arbeitswelt ein, in der jede:r sich sicher und respektiert fühlen kann. Unsere Workshops und unsere Beratung helfen, Bewusstsein zu schaffen und Handlungsstrategien zu entwickeln.
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